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- Der Boden dunkel
- Die vergessenen Heiden der Eifel
- Auf leichtem Spätschnee
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- Lesungen
- Anderes
Astrid Günther
Kölner Stadtanzeiger 20.05.2010
Donnerstag, 20. Mai 2010
Literatur
Worte zum Extrakt verflüssigt
Von Gudrun Klinkhammer, 19.05.10, 17:42h, aktualisiert 19.05.10, 17:54h
Astrid Günther studierte nach ihrer Zeit im Kloster Sozialarbeit, lange war sie in Euskirchen beim Jugendamt tätig. Ihr Erstlingswerk nennt sie „Kieselworte“, es finden sich neben den Gedichten auch Zeichnungen darin.
Astrid Müller
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Autorin Astrid Günther mit ihrem neuen Buch. (Bild: Klinkhammer)
Astrid Müller
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Autorin Astrid Günther mit ihrem neuen Buch. (Bild: Klinkhammer)
Kall-Golbach - Das Buch fällt auf. Sein Format erinnert an das alte Notenschreibhefte, die Farbe des Einbandes ist dunkelrot. In einem ausgeschnittenen Fenster sind auf dem Titelblatt mit der Hand gezeichnete Kieselsteine zu sehen. Astrid Günther nennt ihr Erstlingswerk „kieselworte“. Kurze Gedichte füllen insgesamt 87 Seiten. Zudem findet man auf einigen Seiten Zeichnungen von Anja Clemens.
Das erste Gedicht trägt den Titel „poesie“ und lautet: „kühner noch - alles überflüssige - verdampfen - bis nur - extrakt - bleibt - das wort - das nährt.“ Mit diesen Zeilen ist die grundsätzliche Vorgehensweise der Autorin beschrieben. Günther: „In manchen Gedichten ringe ich um jedes Wort, manche Stücke schreibe ich allerdings auch in einem Rutsch herunter.“ Alle Worte schreibt sie inzwischen klein, denn damit möchte sie signalisieren, dass ihr alle Worte gleich wertvoll und wichtig sind.
Die Kaller Kunsthistorikerin Dr. Elisabeth Geschwind meint im Vorwort: „Die knappen Gedichte sind Sinnes- und Gedankenimpulse.“ Die Autorin, die seit Anfang des neuen Jahrtausends in ihrer Wahlheimat Golbach lebt, schrieb bereits als 17-Jährige. Ihre damaligen Texte wurden in zwei Buchprojekten des Herder-Verlags veröffentlicht.
Nach dem Abitur entschied sich die junge Frau, in ein Kloster einzutreten. Doch während der ersten beiden Jahre dort vertiefte sich die Freundschaft zu dem Dominikaner Thomas Günther. Deshalb traten beide aus dem Orden aus und heirateten. Astrid Günther: „Ich wollte damals Nonne werden, weil mir eine ausgeprägte Spiritualität anhaftet.“
Astrid Günther studierte nach ihrer Zeit im Kloster Sozialarbeit, lange war sie in Euskirchen beim Jugendamt tätig. Günther: „Das hat mich seelisch dermaßen gefordert, dass ich damals kein einziges Gedicht schrieb.“ Nun ist sie bei der Arge für die Finanzen zuständig. „Den Kopf habe ich seither wieder frei und schreibe regelmäßig.“
Das Buch „kieselsteine“ erschien im Verlag „Pi“, es wurde zunächst 300 Mal gedruckt. Erhältlich ist die Publikation in jedem Buchladen und kostet zwölf Euro.
Die nächste Lesung findet am 20. August um 19:30 Uhr, im „Landcafé Grube“ in Gesotz bei Plütscheid statt. Im Dezember wird Astrid Günther im Kulturraum Kall lesen.
Linktipp: www.kieselworte.de
Brigitte Bettscheider, Trierischer Volksfreund
Werner Bitzigeio - Arbeiten
Die Kunst, mit Draht ehrlich zu sein
Der Eifeler Künstler Werner Bitzigeio präsentiert seine Metall-Skulpturen
Als "Drahtkünstler
" hat sich Werner Bitzigeio vielerorts einen Namen gemacht. Jetzt hat der Verlag Pi in Weißenseifen ein attraktives Werkverzeichnis des Künstlers aufgelegt. Als Anschub gibt es dort dazu eine Ausstellung.
Von Eva-Maria Reuther, Trierischer Volksfreund
, Nr. 76, Seite 26, Mittwoch, 31. März 2010
AKS - Zwischenräume und Momente
Bekenntnis in Bildern
Die Autobiographie des Albrecht Klauer-Simonis
Summa vitae, die Summe seines Lebens – wer möchte diese, auch zur Selbstvergewisserung, nicht gerne Schwarz auf Weiß nach Hause tragen? Manche, insbesondere manchem Künstler, erleichtert man dieses, indem man ihm (meist zu einem höheren) runden Geburtstag zu einem hochglanzpolierten, dickleibigen und lorbeerumwundenen Katalog verhilft. Mancher Künstler allerdings wartet vergebens auf derlei Gaben. Mag sein, dass er dafür zu unauffällig oder auch zu unbequem war. Albrecht Klauer-Simonis, Jahrgang 1918, zählt wohl zu letzteren und griff deshalb zur Selbsthilfe in Form einer engagiert gefertigten, großzügig ausgestatteten und selbst verfassten, zusammengestellten und herausgegebenen Autobiographie in Bildern.
Ihr Titel „AKS – Zwischenräume und Momente“ ist gewissermaßen Programm, dokumentiert Grundprinzipien und –themen des in Hilgert geborenen Künstlers. Zu diesen Grundprinzipien gehört auch das, frei nach Lessing, von der Analogie der vielfältigsten Kunstäußerungen. Diese Vielfalt der Kunstäußerungen ist dasjenige, was diese gebündelte, so reich bebilderte Lebenssumme Albrecht Klauer-Simonis’ kennzeichnet, was diese an seinem Schaffen so auffällig werden läßt. Teil dieser Summe sind sowohl Fotografien, als auch Zeichnungen, die Texte ebenso wie die Gemälde, die Keramikarbeiten und die Plastiken.
Vielfalt, sie bedeutet bei diesem Künstler, und auch das offenbart die Zusmmenschau eindringlich, nicht Aufspaltung, Verzettelung, sondern im Gegenteil eine Einheit, die sich aus vielen Facetten zusammensetzt. Die Entwicklungslinien, klammert man einmal Fotografie und Keramik aus, die zu sehr eigenen Gesetzen gehorchen, verlaufen deshalb in der Zeichnung, in der Malerei, in der Plastik ähnlich, kontinuierlich.
Klarheit, Sparsamkeit kennzeichnen die Zeichnungen des Künstlers aus den frühen 50ern, der Zeit, in der Klauer-Simonis auch zu den Bewohnern des Künstlerhauses auf dem Asterstein gehörte. In den 60ern kommen immer stärker kalligraphische Momente hinzu; in den 70ern öffnet sich die Form, wird nahezu amorph, verschwimmt, verfließt. Auffällig, dass nun auch thematische Akzente anders gesetzt werden. Man könnte es das „Allgemein-Menschliche“ nennen, dem sich Albrecht Klauer-Simonis nun stärker widmet, in Zeichnungen und Malerei, dem Menschen nicht mehr als Einzel-, sondern in gesellschaftlichem Wesen, das in Beziehungen lebt und leidet. Der Mensch als „Kreatur in dem Zwischenraum zwischen Ratio und Hilflosigkeit“, so formuliert es der Künstler selber in einem Brief, in dem er sich mit seinen 1979 auf dem von ihm ins Leben gerufenen Weissenseifener Symposion entstandenen „Faunen“ auseinandersetzt. Sie lassen das Fließende, latent instabile menschlicher Existenz geradezu greifbar werden.
Bequem ist solcherlei Erkenntnis sicher nicht, aber um das Bequeme ging es Klauer-Simonis offenbar ohnehin nie. Die Ablehnung einer „Ästhetik aus der Retorte“ gilt ebenso sicher nicht nur allein der Keramik, sondern allen Bereichen der Kunst. Gerade durch die Einbeziehung der von ihm bei verschiedenen Gelegenheiten verfassten Texte macht Albrecht Klauer-Simonis aus einer Autobiographie insgesamt eine Art Bekenntnis.
Albrecht Klauer-Simonis. AKS – Zwischenräume und Momente. Eine Autobiographie in Bildern. Erschienen im Verlag Pi, Weissenseifen.
Quelle:
Sauer-Kaulbach, Lieselotte: "Bekenntnis in Bildern - Die Autobiographie des Albrecht Klauer-Simonis", Rheinzeitung Koblenz, 5.1.1990
Klauer-Simonis, Albrecht: AKS-Zwischenräume und Momente. Eine Autobiographie in Bildern. Weissenseifen: Verlag Pi, 1989. 300 S.; EUR 49,-
Albrecht Klauer Simonis’ Kleinbildaufnahmen, Bleistift-, Kohle-, Kreide-, Pinsel-Tusch-, Tusch-Rohrfederzeichnungen, Farbkreisspiele, Gemälde und Plastiken seit 1942 bis heute vergegenwärtigen die Vielfalt seiner künstlerischen Gestaltungskraft, daneben außerdem, wie sich seine individuellen Fähigkeiten entwickelt haben. Die Linie versucht zunächst von einer Person, einem „Hinkel“ oder einer Landschaft des heimatlichen Westerwaldes das Typische zu erfassen. Zunehmend bemüht er sich dann, das Wesen einer Kunstäußerung auszudrücken, um schließlich formoffen über das Stoffliche hinauszuwachsen. Sein sich steigerndes eigenwilligeres Verhältnis zwischen Inhalt und Form zwing den Betrachter, sich ernsthaft mit „AKS“ zu beschäftigen, um seine Bekenntnisse nachfühlend einzusehen. Albrecht Klauer-Simonis leistet seit 1952 „Basisarbeit“ an der Volkshochschule Koblenz und war einige Jahre Lehrbeauftragter für Zeichnen und Plastizieren an der Erziehungswissenschaftlichen Hochschule Rheinland-Pfalz in Koblenz, so dass es kaum verwundert, dass er sich in eigenen Texten immer wieder mit seinen künstlerischen Darstellungen befasst, Klarheit anstrebt, was und wie er gestaltet. Das Katalogvorwort (S. 291), die Sonderdrucke „Gedanken zur Entwicklung von Malerei am Bau“ (S. 215) und „Farbe, Glanz und Kruste“ (S. 209), ebenso Sätze zur Ausstellung „Anti-Keramik“ (S. 229) seien als Beispiel genannt. Die Frage nach der „sinnlich-sittlichen Wirkung der Form“ bleibt wegweisend. Wo es um das Tastvermögen geht, erhellt er Raum- und Formvorstellungen: „Denn alles Raumhafte hat eine Form und jede Form ist ein Raumhaftes … Bewegt sich der Mensch im Räumlich-Plastischen, so spricht er vom Raum. Sieht er von außen Räumlich-Plastisches, so spricht er von Form“ (S.237 f.).
In einem Brief überträgt er das Gesagte auf seine beiden Faune, die „durch poetisches Verhalten, stellvertretend, die Menschen zu Aktionen, zu Empfindungen, weniger zu musealer Betrachtung … herausfordern.“ Das Verhältnis von „Aktion zu Bild“ mache sowieso „den zentralen Nerv von Bildnerei“ aus (S. 239). Sen Bekenntnis zum Fehler, Risiko und Fehlbrand untermauert seine Ablehnung jeder „Ästethik aus der Retorte“ (S. 229). Wer den Ernst solcher aufdeckenden Sätze bedenkt, will sicher noch genauer nachprüfen, was AKS in seinem Vorwort „Ein Querschnitt“ über den Zwischenraum zwischen Bild und Wort sagt. Wenn sich Entwicklung als entscheidendes Moment mitteilen soll, habe man ihn zu überbrücken, die Einförmigkeit aufzulösen, um sich dynamischer Richtung und satirischer Ruhe, Harmonie und Disharmonie, Geburt und Tod wenigstens im geschaffenen Bild begrenzend ein Moment des Lebens als Zwischenraum zu erkennen, „der wiederum im Verhältnis zur Unendlichkeit zu einem Moment minimalster Größe zusammenschrumpft …“ (S. 7). Das Auge des Betrachters soll verzaubert werden, damit dieser in Worten auszudrücken versucht, was ihn veranlaßt, ein ganz bestimmtes Bild auszuwählen, anzuschauen und über den vom Künstler gewählten Bildtitel nachzudenken. Der Leser begreift als Bildbetrachter auf einmal die Tätigkeit von AKS im Symposion Weissenseifen besser, wo Lernende erfahren sollen, weshalb „in der formalen Duchdringung der Themen subtile Maßnahmen und Anreize erforderlich“ sind, wenn sie glaubwürdig sein wolle (S. 294).
Wer sich mit diesem vielschichtigen Werk beschäftigt, versteht plötzlich, warum Künstler, denen aufgrund des Massenmedien-Rummels kein allgemeiner Durchbruch gelang, Autobiographien schreiben und herausgeben. Es lohnt sich, in diesem Band nicht nur herumzublättern, sondern zu überlegen, wie Stoff, Farbe und Form eines Kunstwerkes Einsichten vermitteln, die auch von der Erwachsenen- und Weiterbildung sowie der Kunstgeschichte nicht übersehen werden können.
Quelle:
Greifenstein, Dr. Karl: die bücherei, Nr. 34 (1990) 2
Weitere Artikel:
* „Albrecht Klauer-Simonis: Autobiografie in Bildern“, Rheinzeitung Koblenz, 16./17.12.1989
Wartenarr
Flucht an Fastnacht
Seep Jakobs aus Gonterskirchen und sein „Wartenarr“
Die Geschichte nimmt am Faschingsdienstag 1986 ihren Lauf, als die Straßen längst übersät sind mit Konfetti, Luftschlangen, Pappbechern und anderen Resten der Narrenumzüge. Mit den Narren in der Karnevalshochburg haben Alex und Karl freilich wenig gemein. Die beiden Mittzwanziger wollen nur weg aus dem Faschingstrubel, fluchtartig verlassen sie Bonn und manövrieren mit dem Auto durchs Schneetreiben in die selbstgewählte Eremitage – eine Hütte in der Eifel, die inmitten einer Skulpturenlichtung liegt. Vor allem Alex ist nicht zum Feiern zumute. Er hat sich in Tina verliebt. Pech nur, dass die ihn aber erstmal nicht sehen will sondern stattdessen ausprobieren, ob sie ihn überhaupt vermisst, wenn sie ein paar Tage nicht mit ihm zusammen ist.
Alex will auf die Antwort der Angebeteten in der Abgeschiedenheit warten – unterstützt von Freund Karl und mit Hilfe von viel Alkohol. Eine Liebesgeschichte, könnte man meinen. Aber in der Nacht zum Aschermittwoch im tragikkomischen Roman Wartenarr vom mittelhessischen Autor Seep Jakobs, rückt statt des liebeskranken Alex’ mehr und mehr Karl in den Mittelpunkt. Der hat gleich zwei akademische Abschlüsse und eine verheiratete Geliebte, die ihm auch noch einen guten Job in der Firma ihres Mannes organisiert hat.
Aber eigentlich harrt er – genauso passiv wie „Wartenarr“ Alex – auf die Gunst des Schicksals. Darauf, dass sich Ilse wieder meldet, die ihm wegen der Affäre den Laufpass gegeben hat, und darauf, den richtigen Platz in der Erwachsenenwelt zu finden. Die Uni-Abschlüsse allein taugen dazu nicht.
„Es wird ja immer vorausgesetzt, dass Jugendträume irgendwann über die Wupper gehen“, sagt Autor Jakobs, der als Pressesprecher der Fachhochschule Gießen-Friedberg arbeitet und im kleinen Gonterskirchen bei Laubach lebt. Wie das passiert und warum, das interessiert den 44-Jährigen mit der Lust zum „unverordneten Schreiben“ neben seinem Job. Da wird die Reise in die stille Winterlandschaft zum Trip in die Vergangenheit zweier redseliger Helden, die am Scheideweg ihres Lebens handlungsunfähig sind.
Und das bunte Treiben der Künstlerkolonie in der Eifel wird mit viel Lokalkolorit lebendig. Die Siedlung in Jakobs’ alter Heimat gibt’s wirklich. Seit Jahren arbeitet der karnevals-abstinente Autor sowohl mit der Weißenseifener Künstlergruppe als auch mit der mittelhessischen Gruppe „Fiasgo“ zusammen. Der Wartenarr ist seine zweite Veröffentlichung. 1994 ist das Buch vom Kopp mit tragisch-komischen Geschichten aus dem Leben des gleichnamigen Angestellten erschienen. Dabei hat Jakobs viel Sympathie für seine manchmal jammervollen Helden, besonders, wenn sie sich in der Warteschleife des Lebens befinden. Denn Hoffnung gibt es auch nach dem Aschermittwoch, findet er.
[…]
Quelle:
Kronenberg, Georg: "Flucht an Fastnacht - Seep Jakobs aus Gonterskirchen und sein 'Wartenarr'", Frankfurter Rundschau - Kultur RheinMain & Hessen, 4.3.2003
„Seep“ in Schönecken
Schönecken. „Er bewegt mich seit 20 Jahren zum Schreiben“, widmete „Seep“ Jakobs seinen Roman „Wartenarr“ dem Maler und Bildhauer Albrecht Klauer-Simonis. Dessen Symposion Weißenseifen hat den Schönecker Autor zum Schreiben inspiriert und ist immer wieder zum Schauplatz seiner Erzählungen geworden. Von den kreativen Künstlerwochen im Sommer erzählt Jakobs, von den anheimelnden Künstlerhütten noch im Winter, von der kleinen Wirtschaft, ja vom ganzen Kyllwald zwischen Jakobsknopp und Mürlenbach. Schönecken und Prüm: auch sie sind literarische Schauplätze erster Schülerstreiche, erster Schüler- und Dorflieben, wehmütig erinnert. Personen und Situationen erstehen da unter Jakobs Schreibfeder, die vom Alltäglichen abweichen, Seltsames, Sonderbares humorvoll aufleuchten lassen. Dorforiginale, darunter „Schäles“, der unter dem Schönecker Burgberg lebte und mit Kartoffelschalen-Sammeln seinen Lebensunterhalt bestritt. Immer wieder münden Jakobs Erzählungen in Songs, so im „Oma Wu“ Song, gewidmet der „alten Käddi“ in der Weißenseifener Waldwirtschaft. Bei der Lesung in Schönecken am Freitag, 20. August, 20 Uhr, wird „Seep“ Jakobs mit diesen Songs seine Lesung aus seinem literarischen Werk untermalen. […]
Quelle:
"'Seep' in Schönecken", Eifel Journal Wochenzeitung - Prüm, 19.8.2004
Karl Kopp und der Huhnerbach-Blues
Heimspiel in der Alten Kirche: Famoser Lese-Abend mit Seep Jakobs beim
Eifel-Literatur-Festival
SCHÖNECKEN. Ein Gotteshaus im Dienst der Literatur: Der Schönecker Schriftsteller Seep Jakobs las am Freitagabend im Rahmen des Eifel-Literatur-Festivals in der Alten Kirche.
„Das Buch vom Kopp“, „Wartenarr“, „Der Lawinenschrank“. Mit drei Veröffentlichungen hat Seep Jakobs in den vergangenen Jahren nachhaltig auf sein literarisches Schaffen aufmerksam gemacht. Grund genug für Josef Zierden, dem gebürtigen Schönecker eine Chance beim Eifel-Literatur-Festival zu geben. Um es vorweg zu nehmen: Jakobs nutzte sie, und zwar souverän; wie ein Elfmeterschütze beim Fußball.
Autor im poetischen Labor
Apropos Elfmeter: Seep Jakobs ließ am Freitag nicht nur den Wartenarren durch die Weißenseifener Schneelandschaft stapfen und Malheure aus dem Lawinenschrank entfleuchen. Der in Laubach/Hessen lebende Autor tischte seinen vielen Zuhörern eine (leider noch) unveröffentlichte Erzählung auf, in der mit Hilfe des jugendlichen Protagonisten Karl Kopp in einer ebenso spannenden wie herzerfrischenden Elfmeter-Szene der Unterschied zwischen dem „Allesodernichts-Jungen“ und dem „Halbehalbe-Jungen“ herausgearbeitet wird.
Eifel-Literatur-Büro-Chef Josef Zierden sprach von „poetischen Laboruntersuchungen“, in denen Jakobs Möglichkeiten des Menschseins im Alltag durchspiele und auf Expedition durch die menschliche Psyche gehe.
Dass Seep Jakobs genau dies ein Anliegen ist, hat er in bisher allen seinen Werken mit feiner Feder zu Papier gebracht. Ob es da um groteske Lebenssituationen geht („Lawinenschrank“) oder um den unverbiegbar-knorrigen Charakter des Freundes und Weißenseifener Wegbegleiters Albrecht Klauer-Simonis in seinem Roman-Debüt „Der Wartenarr“ – Seep Jakobs kommt selbst an den tragischsten Stellen furioser Erzählmomente ohne Humor nicht aus. Wie wohltuend!
Auch ohne Musik läuft nichts. Zusammen mit seinen Freunden Marco Gisse, Johannes Arenth und Dietrich Klein gab Jakobs am Freitag zum Schluss den „Huhnerbach-Hehmweh-Blues“. Passend zu einem Heimspiel, das um Wiederholung bettelt.
[…]
Quelle:
Reuter, Manfred: "Karl Kopp und der Huhnerbach-Blues - Heimspiel in der Alten Kirche: Famoser Lese-Abend mit Seep Jakobs beim Eifel-Literatur-Festival", Trierischer Volksfreund - Prümer Zeitung, 23.8.2004
Weitere Artikel:
* Zierden, Josef: "Seep Jakobs Roman 'Wartenarr'", Eifel-Literaturtipp aktuell", S. 81
* "Warten als Thema", neues rheinland, Nr. 11 (2002)
* "Mit der Reihe", Eifel Journal Wochenzeitung - Prüm, 22.7.2004, S. 10
* "Eifel-Literatur-Festival", Prümer Rundschau, 24.7.2004, S. 22
* "Ein Schönecker erzählt", Trierischer Volksfreund - Kultur, 10.8.2004, S. 23
* "Ein Heimspiel für 'Seep'", Trierischer Volksfreund - Eifel-Kultur, 10.8.2004
* "Seltsames und Sonderbares", Trierischer Volksfreund - Eifel-Kultur, 17.8.2004, S. 10
Der Lawinenschrank
Ein Malheur nach dem anderen
Seep Jakobs stellt in Weißenseifen sein neues Buch vor
SCHÖNECKEN. (mr) „Der Lawinenschrank“, ein Buch mit Erzählungen von Seep Jakobs, ist soeben im Weißenseifener Verlag Pi erschienen. Der Autor hat bei dieser Publikation mit der Zeichnerin Bärbel Busch zusammengearbeitet, die alle Texte illustriert hat.
Mit dem „Buch vom Kopp“ ging der Schönecker Schriftsteller Seep Jakobs vor einigen Jahren erstmals an die Öffentlichkeit. Mit „Der Wartenarr“ gelang ihm vor zwei Jahren ein exzellentes Roman-Debüt. Nun rollt „Der Lawinenschrank“ an.
Diese pralle Sammlung mit Ereignissen mitten aus dem Leben enthält 39 köstliche Geschichten, die allesamt von „Malheuren“ erzählen. Gelagert sind die Missgeschicke in drei Fächern, die „Pechraben“, „Feenfehlen“ und „Fallenbahn“ heißen.
In manchen Stücken ist der Unglücksgehalt mit bloßem Auge kaum erkennbar; ja sogar ein Happy End scheint nah. Aber nach dem Seitenwechsel kommt der nächste Verlust so frontal daher, dass man einsieht: Ein Malheur kann ganz schön schlimm sein.
Kriminelles Lustdebakel
Liebe, Fußball und der Schutzengel spielen eine Rolle, ebenso Lissabon, ein Roboterbutler, eine kuriose Lotto-Spielgemeinschaft und der Tod. Auf Tragödien folgen Grotesken, auf Kriminelles ein Lustdebakel, auf Idyllenmomente ein Dachschadensprotokoll.
Wer die Tür des Lawinenschranks öffnet, erlebt massive Niederschläge aus verschiedenen Höhenlagen und Klimaregionen dieser Welt.
Seep Jakobs, geboren 1959 in Trier, aufgewachsen in Schönecken, lebt in Laubach (Kreis Gießen). Er ist Mitglied im Verband der Schriftsteller. Seit vielen Jahren pflegt Jakobs bei Publikationen und Aktionen das Zusammenspiel mit Bildenden Künstlern.
Bärbel Busch, Jahrgang 1964, lebt in Kalbach bei Fulda. Sie arbeitet als Grafikerin und Bildende Künstlerin. Mit ihren Werken ist sie seit 1990 in Einzel- und Gruppenausstellungen vor allem im Rheinland und in Hessen präsent. Illustrationen hat sie bisher in „Moderne Gladiatoren“ (Claudia Pütz, Corvinus Presse) und zum Theaterstück „Luzi“ von F. K. Wächter publiziert.
[…]
Quelle:
Reuter, Manfred: "Ein Malheur nach dem anderen - Seep Jakobs stellt in Weißenseifen sein neues Buch vor", Trierischer Volksfreund, 4.9.2003
„Irgendwo in Deutschland…“
Seep Jakobs las aus seinem Buch „Der Lawinenschrank“
WEISSENSEIFEN. Geschichten aus dem Leben. Kurios, tragisch und pubertär-vergeistigt: Das ist das neue Buch von Seep Jakobs: „Der Lawinenschrank“.
Geschichten, die den Leser – wie eine Lawine eben – überrollen können, ihn aber denn auch wieder freigeben – zum Nachdenken über sich selbst zum Beispiel. Der Schönecker Schriftsteller Seep Jakobs öffnete seinen „Lawinenschrank“ am Samstag erstmals in der Galerie am Pi in Weißenseifen. Zwar gerät in seinen drei mal dreizehn Geschichten der ein oder andere Protagonist erheblich ins Schleudern und ringt nach Luft, nicht aber die nahezu 100 Besucher.
Sie fühlten sich wohl: am Kaminfeuer der Künstlersiedlung wie in den Geschichten Jakobs’.
Und während da draußen irgendwo am Pi noch in Köter kläffte und Christiane Hamann von der Kraft des Mondes sprach, die all die Gäste sicher in die Galerie des dunklen Weißenseifener Waldes geführt hatte, machte sich Seep Jakobs’ „Co“ Bärbel Busch auf, ihren Teil am Buch zu erklären. Von ihr stammen die Illustrationen zu den 39 Geschichten, die der Autor im Verlaufe der vergangenen zwölf Monate zu Papier gebracht hat.
Dass diese Co-Produktion letztendlich zustande kam, verdanken sowohl Seep Jakobs als auch Bärbel Busch dem Symposion 2002, wo sie sich kennenlernten und ihren kreativen Sachverstand vereinten.
[…]
Quelle:
Reuter, Manfred: "'Irgendwo in Deutschland...' - Seep Jakobs las aus seinem Buch 'Der Lawinenschrank'", Trierischer Volksfreund - Eifel-Kultur, 11.9.2003
Eher Passion denn Broterwerb
Wahl-Oberhesse Jakobs liest in der Eifel mit namhaften Autoren
GIESSEN. In einer anspruchsvollen Literaturreihe neben namhaften Schriftstellern zu stehen: davon dürften viele Autoren träumen, denen das Geschichtenschreiben mehr Leidenschaft als Broterwerb ist. Dem Wahl-Oberhessen Seep Jakobs, der in Laubach wohnt, ist dieses Glück beschieden. Morgen abend liest er beim Eifel-Literatur-Festival, das in diesem Sommer Mario Adorf, Joachim C. Fest und Uwe Timm schon als Gäste gesehen hat. Und weitere Abende sind unter anderem mit Bodo Kirchhoff, Gabriele Wohmann, Ralph Giordano, Sten Nadolny und Nobelpreisträger Imre Kertész vorgesehen. Wie kommt Jakobs in diese Reihe großer Namen? Eines Tages habe ihn der Macher der Reihe angerufen und gefragt, ob er nicht aus seinem Geschichtenband „Der Lawinenschrank“ lesen wolle.
Die Lesung wird ihn in seine Heimat zurückführen, in die Alte Kirche von Schönecken in der Eifel, den Ort, in dem er aufgewachsen ist. Doch alte Kontakte hat Jakobs nicht spielen lassen, um beim Eifel-Literatur-Festival lesen zu dürfen, wie er beteuert. Vielmehr habe eine Frau, die regelmäßig zu Kunstausstellungen in der Alten Kirche einlade, de Macher des Festivals vorgeschlagen, ein schriftstellerisches Talent aus der Eifel einzuladen.
Trotz oder gerade wegen der ungeahnten Hilfe aus der alten Heimat sagt Jakobs: „In dieses Festival aufgenommen worden zu sein hat mich überrascht.“ Ob ihn die Einladung denn nicht auch stolz mache? „Jaaa“, meint der Autor und atmet lang und hörbar aus, wie um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen. Nach einer kleinen Pause meint er: „Das ist kein Gefühl, mit dem ich ständig umherlaufe.“
Seit dem Erscheinen des Geschichtenbandes im kleinen Pi-Verlag vor einem dreiviertel Jahr hat er offiziell zehnmal aus seinem Werk gelesen, vor 15 bis 100 Besuchern. Hinzu kamen nach eigenem Bekunden mehrere Lesungen in privatem Kreis, in denen er Texte aus den „39 Malheurs“, die der „Lawinenschrank“ birgt, vorgetragen hat. Zu behaupten, das über „Books on demand“ erhältliche Buch sei bisher weit verbreitet, wäre vermessen. Von der Startauflage von 350 Stück sind rund 300 Exemplare verkauft, wie Jakobs sagt. Bei 200 Exemplaren liege die Gewinnschwelle, weil das „Books on demand“-Verfahren so kostengünstig sei. Und wenn der Verlag auf seine Kosten komme, beginne sich der Verkauf auch für ihn auszuzahlen. Vom ideellen Wert eines eigenen Buchs einmal abgesehen.
Das Gefühl, ein Werk aus eigener Feder in den Händen zu halten, ist für Jakobs nicht neu. Außer dem „Lawinenschrank“ hat er bisher zwei Romane geschrieben. Er debütierte 1994 mit dem „Buch vom Kopp“, einem Roman in Geschichten, in deren Mittelpunkt ein Mann namens Kopp steht. Seit dieser Zeit tritt er als Autor mit dem Spitznamen Seep auf, den schon sein Großvater trug. „Beim ersten Buch habe ich keinen Wert darauf gelegt, dass es mit meiner beruflichen Tätigkeit in Verbindung gebracht wird“, sagt er. Eigentlich heißt er Erhard Jakobs und verdient sein Geld als Pressesprecher der Fachhochschule Gießen-Friedberg.
Quelle:
Winter, Thorsten: "Eher Passion denn Broterwerb - Wahl-Oberhesse Jakobs liest in der Eifel mit namhaften Autoren", Frankfurter Allgemeine Zeitung - Hessen, 19.8.2004
Weitere Artikel:
* "'Faible für Verlierer' zwischen Soßenfleck und Unglücksfällen", Gießener Anzeiger - Kultur lokal, 3.12.2003
* "Literarische Miniaturen mit feiner Beobachtung", Gießener Allgemeine, 12.12.2003
* "Seep Jakobs zwischen Adorf, Giordano und Geißler", Gießener Allgemeine, 9.6.2004
* "Das Literatur-Fest und der Laubacher 'Eremit'", Gießener Allgemeine - Notizen aus der Provinz, 10.7.2004
* "Mit der Reihe", Eifel Journal Wochenzeitung - Prüm, 22.7.2004, S. 10
* "Eifel-Literatur-Festival", Prümer Rundschau, 24.7.2004, S. 22
* "Ein Schönecker erzählt", Trierischer Volksfreund - Kultur, 10.8.2004, S. 23
Der Kirchenmann
Sittenbild aus der Südeifel
Schönenbach könnte überall in der Eifel sein. Der Name des Dorfes ist ebenso Fiktion wie die Hauptakteure im Roman „Der Kirchenmann“ des Prümer Journalisten Manfred Reuter. Die Protagonisten sind das Kind Klaas, seine Mutter Paula und Vater Frank. So weit ganz normal, wenn da nicht Franks Beruf wäre: katholischer Priester, Dechant in Schönenbach. Paula ist seine Haushälterin.
Damit ist klar, dass die Geschichte ein böses Ende nehmen muss. Die Nächstenliebe der katholischen Kirche endet ja bekanntlich beim Zölibat. Und zwar bisweilen gnadenlos. Was natürlich in Wahrheit auch dem Pastor und allen anderen Beteiligten bekannt ist.
Das gezielt gestreute Gerücht der Vaterschaft des Pfarrers macht im Dorf schneller die Runde als der Postbote. Damit beginnt der Terror gegen den Pfarrer und seine „Familie“, die Geschichte nimmt ihren dramatischen Verlauf.
Manfred Reuter skizziert – teils drastisch – in verschiedenen Erzähl-Ebenen die entscheidenden Stationen im Leben des Pfarrers Buschhoven. Er bettet die Geschichte ein in die Südeifel und verleiht ihr so den scheinbar authentischen Handlungsort. Des Pfarrers Mutter etwa verdient in jungen Jahren ihr Geld in den anrüchigen Bars der Amerikaner an der Airbase. Manfred Reuter entwirft einen sehr lebendigen Spiegel real existierender Eifeler Dorfgesellschaften. Ein Eifeler „Sittengemälde“, bei dem es in Wahrheit nicht um „Sitte“ geht, sondern um die gnadenlose Vernichtung eines Mannes, der gegen die Spielregeln verstößt.
Drei Jahre schrieb der Autor an dem Roman. Auf der Suche nach einem Verleger landete er schließlich beim kleinen „Verlag Pi“ im Südeifeler Weißenseifen. Reuter selbst stammt aus erzkatholischem Elternhaus. Vielleicht steht er Fragen der inneren Erneuerung der Kirche deshalb als Erwachsener so kritisch-beobachtend gegenüber. Vor neun Jahren trat er aus Zweifeln an der „Behörde Kirche“ aus. Reuter: „Wenn mich etwas verschreckt und wütend macht, dann ist es die Doppelmoral derer, die Wasser predigen und Wein trinken.“ Diesen Frust hat der Autor in dem gut lesbaren Roman niedergeschrieben. Das Buch erscheint im Oktober.
Quelle:
Heinen, F.A.: "Sittenbild aus der Südeifel", Kölner Stadt-Anzeiger, 5.8.2005
Der Kirchen-Mann(i)
TV-Redakteur Manfred Reuter liest heute aus seinem ersten Roman
PRÜM. (fpl) „Der Kirchenmann“, das literarische Debüt von TV-Redakteur Manfred Reuter, ist soeben erschienen. Der Autor stellt seinen Roman heute Abend in stimmiger Umgebung vor: In der Kapelle des ehemaligen Konvikts.
Manfred Reuter, langjähriger TV-Redakteur, packt aus – und zwar heute Abend um 20 Uhr im ehemaligen Konvikt. In der Tasche: sein erster Roman. Titel: „Der Kirchenmann“ (der TV berichtete). Und da ein geistlicher Protagonist in die entsprechend sakrale Umgebung gehört, wird der Autor einige Passagen aus seinem Roman in der Kapelle des Konvikts lesen. Dabei wird nicht nur Hauptfigur Frank Buschhoven auftreten: Reuter verspricht vor allem eine Begegnung mit Klara Ziebig, die dem strauchelnden Buschhoven zur Seite steht.
Die gute Klara ist sozusagen die moralische Seele des Romans: „Mein absoluter Favorit“, sagt der Autor zu seinem charakterstarken literarischen Geschöpf. „Die hat mir besonders Spaß gemacht.“
Während seine Parabel über Scheinheiligkeit und weitere menschliche Schwächen in einer erzkatholischen Landgemeinde ansonsten eher einen traurigen Stoff abgibt. Reuter gibt zu, dass das Thema ihn seit seiner religiös geprägten Erziehung nicht mehr losgelassen habe. Am Ende – und nach „dreieinhalb Jahren Nachtschicht“ – stand der jetzt vorliegende Roman. Zur Geschichte im Buch hat sich der reife Jung-Literat durch eine wahre Begebenheit inspirieren lassen. Die lieferte allerdings auch nur den Anstoß, „ansonsten ist alles erfunden – alles“, bekräftigt der 48-jährige Autor. Bärbel Busch hat für Reuters Roman eine Reihe von Illustrationen gefertigt. Die Bilder sind nicht nur im Buch abgedruckt, sondern in einer Sonderausstellung ebenfalls zu sehen. Vorzugsausgaben mit je einer Originalzeichnung sind heute Abend erhältlich. […]
Quelle:
BP/-pf: "Der Kirchenmann(i) - TV-Redakteur Manfred Reuter liest heute aus seinem ersten Roman", Trierischer Volksfreund - Prümer Zeitung, 11.11.2005
Der Kirchenmann
Präsentation des Romans von Manfred Reuter
Prüm(mbo). Unter dem Titel „Der Kirchenmann“ erschien vor wenigen Tagen der erste Roman von Manfred Reuter im Verlag Pi.
Der Autor erzählt darin die Geschichte einer Zerreißprobe: Frank Buschhoven, katholischer Pfarrer im fiktiven Eifelstädtchen Schönenbach, verliebt sich in eine Frau, lebt mit ihr zusammen, zeugt mit ihr ein Kind und will doch ein von der Pfarrgemeinde und den Kirchenoberen anerkannter Priester bleiben.
Dabei geht es dem jungen Geistlichen, der ein wohlwollender, engagierter Seelsorger ist, nicht nur um seine Akzeptanz im Amt. Er legt es auch darauf an, als Mensch verstanden zu werden und aufgehoben zu sein in einer Gemeinschaft, die das christliche Fundamentalgebot der Nächstenliebe mit Leben erfüllt.
Während er um seine Zukunft als Pfarrer kämpft, will er sich zu seiner Frau und seinem Kind bekennen dürfen. So riskiert er, dass sein Verstoß gegen den Zölibat zum öffentlichen Thema wird. Das Ausweichen in Geduldete Nischen der Heimlichkeit, eine Kompromisslösung priesterlicher Lebenspraxis, kommt für ihn nicht in Frage. Ebensowenig will er Akteur sein auf den Maskenbühnen gesellschaftlicher Doppelmoral, wie sie die herrschenden Verhältnisse – ob in der Provinz oder in den Metropolen – verlässlich einrichten. Mit dieser entschiedenen Haltung, mit den eigenen Ansprüchen an Sinn-, Glaubens- und Glückserfüllung beschreitet – das macht der Roman in beeindruckender Manier deutlich – Frank Buschhoven einen Weg des Scheiterns. Bei Jesus Christus könnte er für seine Art, Priester und Mann zu sein, auf Verständnis hoffen – bei den Funktionsträgern der katholischen Kirch und der bestimmenden Mehrheit seiner Gemeinde aber keinesfalls. Manfred Reuter verknüpft im „Kirchenmann“ anrührende Passagen aus der Kindheit seiner Hauptfigur mit sensiblen Szenen der tragischen Liebesgeschichte und der scharfsichtigen, manchmal satirischen Schilderung des real existierenden Alltags in der kleinstädtisch-katholischen Christenheit. Dabei weitet er die kritische Durchleuchtung des Milieus auch sachkundig auf den Machtapparat der Amtskirche aus. Daß der 48-jährige Autor dabei auf eigene Erfahrungen als journalistischer Berichterstatter in einem vergleichbaren Fall zurückgreifen kann, gibt seinem Romandebüt eine starke Authentizität. […]
Quelle:
"Der Kirchenmann - Präsentation des Romans von Manfred Reuter", Eifel Journal, 17.11.2005
Weitere Artikel:
* "Gewagte Mischung aus Wahrheit und Fiktion", Trierischer Volksfreund - Eifel-Kultur, 8.11.2005
* "Ein bisschen Dornenvögel in der Eifel", Trierischer Volksfreund - Prümer Zeitung, 14.11.2005
* "'Ein Stück Dornenvögel'", Wochenspiegel - Prüm, 16.11.2005
* "Reuter liest in Bitburg", Trierischer Volksfreund - Eifel-Kultur, 29.11.2005
* "Bio-Glühwei(h)n-Nacht", Eifel Journal, 1.12.2005
* "Sonstiges - Bitburg, Lesung", Trierischer Volksfreund - rendezvous regional-Bitburg-Prüm", 1.-7.12.2005
* "Sonstiges - Trier, Lesung", Trierischer Volksfreund - rendezvous regional", 8.-14.12.2005
* "Der Kirchenmann", Trierischer Volksfreund, 9.12.2005
* "Lesung - Kirchenmann trifft Woltähr", Trierischer Volksfreund - Service, 12.12.2005
* "Liebe als Auftrag und Dienstvergehen", Der Prümer Landbote, 2006
Bin kein Schießer, bin kein Fleischer
Tierische Gedichte
Neues Buch vom Ex-Schönecker Seep Jakos
SCHÖNECKEN/MÜRLENBACH-WEISSENSEIFEN. (red) Mit „Bin kein Schießer, bin kein Fleischer“ legt der aus Schönecken stammende Autor Seep Jakobs einen Lyrikband vor, dessen 51 Gedichte sich allesamt mit Tieren befassen.
„Ohne Fleisch, aber tierisch gut“: So lautet die Bewertung aus dem Mund des Pantomimen Mehmet Fistik zur Neuerscheinung „Bin kein Schießer, bin kein Fleischer“. Das Buch aus dem Verlag Pi wird am Freitag, 17. November, um 20 Uhr in der Galerie am Pi in Weißenseifen vorgestellt.
Autor Seep Jakobs veröffentlicht erstmals Lyrik in Buchform. Bisher ist er mit erzählender Prosa hervorgetreten. Als Verfasser tragikomischer Alltagsgeschichten hat ihn das Publikum des „Eifel Literatur Festivals“ kennen lernen, in dessen Programm er 2004 auftrat.
Bei seinem lyrischen Debüt bewegt sich der Blick auf die Welt der Menschen und Tiere zwischen Annäherung und Befremden, zwischen Parteinahme und Distanzierung. Immer wieder klingt an: Was wir können ist verzehren, verwenden und verdrängen. Aber verstehen wir die Tiere auch?
Er homo sapiens wird nicht als Krone der Schöpfung gefeiert. Doch allgegenwärtig bleibt das Bewusstsein, dass es keine andere als die menschliche Sicht gibt, um über Tiere zu sinnieren und zu schreiben.
Die Spannweite der lyrischen Formen reicht von der gereimten, liedhaften Strophenfolge über das Sonett bis hin zum Gedicht in Prosa. Stimmen und Stimmungen wechseln von Spezies zu Spezies. Der Autor hat die Sammlung in die vier Kapitel „Spielen“, „Leiden“, Fluchen“ und „Beten“ unterteilt. So finden sich in dem Buch lustige, übermütige, versponnene, peinvoll, schwermütige, satirische, boshafte, fromme und arg traurige Texte.
Bärbel Busch hat die Vielfalt an Tierfiguren, Auftritten und Tonlagen aus der poetischen Sprache in Illustrationen übertragen. Mit der Zeichnerin arbeitet Jakobs schon seit der Vorgängerpublikation, seiner Malheure-Sammlung „Der Lawinenschrank“, zusammen. Beide gehören dem Leitungsteam des „Symposions Weißenseifen“ an, bei dem das Zusammenspiel unterschiedlicher künstlerischer Ausdrucksformen gepflegt wird (der TV berichtete). Die Begegnung von Literatur und Bildender Kunst prägt auch das Programm des Verlags Pi.
[…]
Quelle:
"Tierische Gedichte - Neues Buch vom Ex-Schönecker Seep Jakos", Trierischer Volksfreund - Prüm, 13.11.2006
Geistvoller Nonsens rund ums Tier
LAUBACH. Die Attacke eines Tieres in freier Wildbahn regt bei Joggern zumeist die Pulsfrequenz an, selten dagegen den Geist. Seep Jakobs stellt insofern eine Ausnahme dar. Denn eine unliebsame Begegnung mit einem Straußenvogel im nordostdeutschen Flachland diente ihm als Anstoß für eine Gedichtserie. Der Autor wurde vor gut zwei Jahren in Mecklenburg-Vorpommern, wo er bei einem Künstlertreffen weilte, beim Laufen von einem Nandu attackiert – und kam nur dank eines ihn begleitenden Hütehunds heil heraus. „Ich habe den Hund angefeuert, und der hat dann den Nandu vertrieben.“ Aus Dankbarkeit habe er für den Vierbeiner ein paar Zeilen verfasst. Und dabei ist es nicht geblieben.
Seit dem Vorfall hat Jakobs einige Dutzend Tiergedichte geschrieben – und 51 davon jetzt unter dem Titel „Bin kein Schießer, bin kein Fleischer“ in Buchform veröffentlicht. Dies ist keine Premiere für ihn: Der Autor hat in den vergangenen Jahren zwei Romane und einen Kurzgeschichtenband auf den Markt gebracht, mit dem er beim Eifel-Literatur-Festival 2004 neben Bodo Kirchhoff, Stan Nadolny oder auch Imre Kertész zu Gast war. In seinen Gedichten spielt der Wahl-Oberhesse aus Laubach mit verschiedenen Reimformen; auch ein Hip-Hop-Text findet sich in den vier Kapiteln „Spielen“, „Leiden“, „Fluchen“ und „Beten“. Er schreibt über Schnecken und Zecken, Biber und Kater, Grillen und Spechte, Flußpferde und Wasserschlangen.
Viele Stücke erinnern angesichts der Wortspiele an Gedichte von Heinz Erhardt oder Robert Gernhardt. Etwa: „Als Maus bin ich ein Jedertier / doch greif ich eine Fleder mir / und hefte sie vor meinen Namen / bewundern Herren mich und Damen“, heißt es in jenem Stück, das augenzwinkernd mit „Kunst“ überschrieben ist. „Es ist aber nicht so, daß ich mich bewußt auf die Fährte von Heinz Erhardt gesetzt hätte“, sagt Jakobs. Gleichwohl bietet er – Beispiel „In aller Kürze“ – allerlei gepflegten Nonsens: „Meistens lebt die Meerschildkröte / länger als das Würmchen Glüh / dies Gedicht ist nicht von Goethe / darum endet es so früh.“
Wie schon beim Kurzgeschichtenband „Der Lawinenschrank“ sind Illustrationen der Zeichnerin und Graphikdesignerin Bärbel Busch den Texten beigegeben. Der Autor, der bürgerlich Erhard Jakobs heißt und Sprecher der Fachhochschule Gießen-Friedberg ist, und die Zeichnerin werden das Buch am 17. November am Sitz des Verlags in Weißenseifen in der Eifel vorstellen.
Quelle:
Winter, Thorsten: "Geistvoller Nonsens rund ums Tier", Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.11.2006
Überheblichkeit der Menschen gegenüber Tieren
Poetisch-künstlerischer Abend mit Seep Jakobs und anderen
LAUBACH (hgs). In der Laubacher Schlossgalerie fand ein kultureller Abend statt, bei dem sich Prosa, Malerei und Musik in seltener Eintracht die Hand reichten. Dabei stellte der in Gonterskirchen lebende Autor Seep Jakobs seinen neuen Gedichtband mit dem Titel „Bin kein Schießer, bin kein Fleischer“ vor. Darin ist es ihm anhand von Tieraphorismen gelungen, menschliche und tierische Verhaltensweisen zu sezieren und mit überraschenden Erkenntnissen zu versehen. Zum oft bissigen Humor und der scharfen Beobachtungsgabe des Autors gesellte sich bei der Lesung sein plötzlich hervorsprudelndes Temperament.
Anwesend war auch die Zeichnerin Bärbel Busch, die das Buch mit ihren Tierzeichnungen treffend illustriert hat und an diesem Abend ebenfalls den zahlreichen Besuchern zugänglich machte. Nicht zu vergessen auch der Gitarrist Marco Gisse, der wie die beiden anderen Künstler regelmäßig an Aktionen der Gonterskirchener Künstlergruppe „Fiasgo“ teilnimmt und mit seinem sensiblen Gitarrenspiel den musikalischen Part an diesem Abend übernahm. Dabei stellte Jakobs selbst deine Musikalität mit einem Pfeifsolo und dem gekonnten Spiel auf der Mundharmonika unter Beweis. Verärgert zeigt sich Jakobs immer wieder über die Überheblichkeit der Menschen gegenüber den Tieren, denn gottgleich wollte dieser der Kreatur seine Nützlichkeit vorschreiben. Deshalb freut er sich diebisch, dass es zwei Tieren vor einigen Jahren in Gießen kurzzeitig gelang, ihren Tod auf der Schlachtbank durch die Flucht hinauszuschieben.
Quelle:
"Überheblichkeit der Menschen gegenüber Tieren - Poetisch-künstlerischer Abend mit Seep Jakobs und anderen", Gießener Anzeiger, 18.5.2007
Weitere Artikel:
* "'homo sapiens' nicht als Krone der Schöpfung", Gießener Allgemeine, 1.11.2006
* "Der Seep aus Laubach und das neue Büchlein", Gießener Allgemeine - Notizen aus der Provinz, 4.11.2006
* "Buchpremiere mit Lesung", Wochenspiegel, 8.11.2006
* "Buchpremiere", Eifel Journal, 16.11.2006
* "Literatur - 'Bin kein Schießer, bin kein Fleischer'", Trierischer Volksfreund - Service, 17.11.2006
* "Verlag Pi - Symposion Weißenseifen", Prümer Rundschau, 18.11.2006
* "Literatur - Weissenseifen", Trierischer Volksfreund - Eifel-Kultur, 28.11.2006
* "Feder machte Poesie zu Bildern", Nahe-Zeitung - Birkenfeld, 1.12.2006
* "Nach Nanduangriff alle Tiere ins Visier genommen", Gießener Allgemeine, 7.12.2006
* "'Bin kein Schießer, bin kein Fleischer'", Hessen-Zeitung - aktuell, 26.4.2007
* "'Bin kein Schießer, bin kein Fleischer'", Laubacher Nachrichten, 4.5.2007
* "Künstlerabend am 14. Mai - 'Bin kein Schießer, bin kein Fleischer'", Gießener Landbote, 9.5.2007
* "LESUNG - Bin kein Schießer", Express Gießen, 10.5.2007
* "Neues Buch von Seep Jakobs", Gießener Allgemeine, 11.5.2007
* "Ein paar Kunsthappen aus dem Reich der Tiere", Gießener Allgemeine, 19.5.2007
* Merzhäuser, Andreas: "'Als Maus bin ich ein Jedertier' - Eine Einführung in den Gedichtband 'Bin kein Schießer, bin kein Fleischer' von Seep Jakobs und Bärbel Busch"
Der Boden dunkel
Ute Bales, Autorin, 1961 in Borler/Eifel geboren und in Gerolstein/Eifel aufgewachsen. Studierte Germanistik, Politik und Kunst in Gießen und Freiburg.
Ein einziger, endloser Irrweg, hatte der alte Blonzen neulich gesagt, das sei Klaus’ Leben. Alle fragten sich, was es wohl war, das ihn aus der Bahn geworfen hatte und keinen Boden mehr finden ließ. Die verworrenen Gedanken? Die Träume? Er war allen und auch Martha ein Mysterium, einer, der sich selbst aus seinem eigenen, warmen Sein in einen vernichtenden Kreislauf katapultiert hatte, der, und das konnte jeder deutlich sehen, in einer baldigen Zerstörung des Geistes enden würde, einer tödlichen Trunkenheit der Sinne, in Irrsinn oder sonst was…
„Klaus Henkes ist der Protagonist in dem bemerkenswerten Roman-Debüt von Ute Bales. In stilsicherer Sprache erzählt die Autorin das Leen eines aus dem Gleis geratenen Mannes, der zwischen Träumen und Wirklichkeit zur tragischen Figur wird. Ein ungewöhnlicher wie verhängnisvoller Lebensweg mit vielen scheinbar absurden und sinnlosen Facetten, vor dem Hintergrund eines kleinen Eifeldorfes im Kylltal nach dem Einrücken der Amerikaner.“ M. Reuter, Trierischer Volksfreund
Quelle:
Klappentext
Held mit den Wolken im Kopf
GEROLSTEIN. (red) Vor der eigenen Haustür sind Helden für einen gelungenen Roman zu entdecken. Eine neue Bestätigung dieser alten Erkenntnis hat die aus Gerolstein stammende Autorin Ute Bales vorgelegt. Mit ihrem Erstlingswerk „Der Boden dunkel“, ein „Roman aus der Eifel“, beeindruckte sie bereits beim „Symposion Weißenseifen“ ein großes Auditorium. Am Samstag, 9. Dezember, liest sie um 19 Uhr daraus in der Hubertuskapelle des Ringhotels „Calluna“ in Gerolstein.
Das Buch erzählt die Geschichte von Klaus Henkes. Der in einem Kylltaldorf lebt. Die Autorin zeichnet ihn, der in der Mitte des letzten Jahrhunderts dort geboren wird und auf einem Bauernhof aufwächst, als Außenseiter. Entschieden ist dieser Held vor allem in seiner „So-nicht-Haltung!“ gegenüber den Konventionen, die ihn in seiner dörflichen Umgebung tag-täglich unter Anpassungsdruck setzen. Darin, was er nicht will, etwa einem ihm angemessenen Platze in der Arbeitswelt einzunehmen, ist Henkes durchaus konsequent. Die Träume, denen er nachhängt, schaffen ihm aber keine verlässliche Basis.
[…]
Quelle:
"Held mit den Wolken im Kopf", Trierischer Volksfreund - Eifel-Zeitung, 8.12.2006
Weitere Artikel:
* "Einladung", Prümer Rundschau, 16.12.2006
* "Der Boden dunkel - Ute Bales liest aus ihrem Debütroman", Trierischer Volksfreund - Eifel/Region, 29.12.2006
* "Galerie am Pie, Weißenseifen", Prümer Rundschau, 11.10.2007
* "Lesung - Kerpen", Trierischer Volksfreund - Service, 13./14.10.2007
Die vergessenen Heiden der Eifel
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Auf leichtem Spätschnee
Buchrezension von Brigitte Bettscheider erschienen im Trierischen Volksfreund am 24. Juli 2009 S. 8
Wörter und Farben
„Auf leichtem Spätschnee“: Pierre Doome im Verlag Pi
Christiane Hamann vom Verlag Pi in Weißenseifen hat ihre kleine, feine Bücherreihe aus Literatur und Kunst um eine bibliophile Kostbarkeit mit Gedichten und Bildern des Belgiers Pierre Doome erweitert: „Auf leichtem Spätschnee“.
Weißenseifen/ St.Vith.
Der taubenblaue Umschlag ist Bucheinband und Passepartout gleichermaßen, Umrahmung aus leichter Pappe für Pierre Doomes filigrane, zart gefärbte Zeichnungen, und er hält seine klug komponierten, feinsinnigen Gedichte aus den vier Jahreszeiten zusammen. Wer den im Faksimile-Charakter gemachten Band – 400 Stück mit laufenden Nummern sind aufgelegt – zur Hand nimmt, begegnet einem Dichter, der die Natur beobachtet und mit ihr spricht. Er überrascht in dem Gedicht „Sommer“ mit langen Wortschöpfungen wie Mirabellenblütenblätter, daran setzt er knabbernde Forellen und darüber tintenblaue Libellen. Doome läßt im Winter lila Wolken ziehen und im Frühjahr gemsfarbenes Licht streuen.
Von seinem Leben erzählt der 1940 geborene und in St. Vith lebende Pierre Doome in vier Momenten aus den Sommern der Jahre 1942, 1952, 1972 und 1992. Er nennt das lyrische Gebilde „Ein Lebenslauf“ und bindet seine Erinnerungen an leise Orte in der Natur an: Blumenwiese, Felsen am Fluß, Waldsaum, Quellen und Tümpel.
Er hat den Band den „jungen talentierten Dichtern, die noch ohne Werk, von zahllosen Häschern und Handlangern gewissenloser Diktatoren verfolgt, gefoltert und ermordet worden sind“, gewidmet. Das Buch ist im Verlag Pi in Weißenseifen erschienen; bis 31. August ist es zum Subskriptionspreis von 13 Euro erhältlich, danach 15 Euro.
Kontakt und Info zu Lesungen: Christiane Hamann, Telefon 06594/883
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Hahn, Maus und Schwein gehabt
Auszüge aus der Buchrezension von Brigitte Bettscheider
Erschienen am 6. Januar 2009 Trierischer Volksfreund, Nr. 4
Einsichten einer lebenserfahrenen Frau
Heide Harneys erstes Buch
Am Ende eines in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten künstlerischen Jahres kam im Dezember 2008 Heide Harneys erstes Buch auf den Markt. Am 10.Januar liest sie im Rahmen der „Haus- und Hofkultur“ aus „Hahn, Maus und Schwein gehabt“; dabei werden die Scherenschnitte der Autorin an die Wand projiziert. ...
„Hahn, Maus und Schwein gehabt“ mutet auf den ersten Blick an, ein Kinderbuch zu sein. In Wirklichkeit sind es die Einsichten einer lebenserfahrenen Frau, mit Wort und Schere in scharfsinnige Bilder gebracht.
Die älteste Geschichte entstand vor zehn Jahren.
Heide Harneys Geschichten sind Aphorismen, Fabeln und Parabeln; sie erzählen knapp, endringlich, gedanklich präzise und zuweilen witzig von Hahn, Specht, Hase, von Angst, Flügeln und Stützhand. Sie sind Kleinkunst ohne moralische Belehrung. Die Scherenschnitte sind von wunderbarer Klarheit. ...
Heide Harney ist 1940 in Berlin geboren und - wie sie selbst mit Blick auf eine Handvoll Städte in Deutschland und zwei längere Aufenthalte in Frankreich und USA sagt – „viel herumgekommen“. Sie war Gymnasiallehrerein für Französisch und Geschichte, unterrichtete Deutsch als Fremdsprache, arbeitete als Biografin und machte Kabarett. Heute lebt sie mit ihrem amerikanischen Ehemann in Jünkerath im Landkreis Vulkaneifel. Sie hat zwei erwachsenen Kinder und ist fünffache Großmuttrer. „Hahn Maus und Schwein gehabt“ ist ihr bemerkenswertes schriftstellerisches Debüt. ...
Im Verlag Pi unter der ISBN 978-3-9812225-2-4 zum Preis von 12 EUR erhältlich.
Lesungen
* "Eifel-Literatur-Festival", Trierischer Volksfreund, 15.7.2004
* "'Seep' Jakobs", Wochenspiegel - Prüm, 11.8.2004
* "Heimspiel für 'Seep'", Trierischer Volksfreund, 12.8.2004
* "'Seep' Jakobs in Schönecken", Wochenspiegel - Prüm, 18.8.2004
* "Lesung - Region", Wochenspiegel - Prüm, 5.3.2008
* "'Ausflügler, Stimmflossler und Co.'", Wochenspiegel - Daun-Gerolstein, 5.3.2008
* "Pierre Doome", Trierischer Volksfreund, 6./7.11.2010
Anderes
Anderes
* "'Insel der Seligen'", Trierischer Volksfreund - Eifel-Kultur, 10.8.2004

